Abenteuer im 21. Jahrhu ...

Jeannine Reiher

 

Das Mittelmeer (3)

Am 16. Oktober überquert die Vela den Nullmeridian. Dunkle Wolken ziehen auf und künden von einem bevorstehenden Unwetter. Anfangs gelingt es den Seglern noch, mit Hilfe des Radars dem Gewitter auszuweichen, doch bald gibt es kein Entrinnen mehr. Starker Wind und heftiger Regen setzen der Besatzung zu. „Blitze schlagen um uns herum ins Wasser ein. Die See tobt. Der Tag wird zur Nacht“, schreibt Marion. Später berichtet sie mir, dieser Gewittersturm gehöre zu einem der aufregendsten Erlebnisse ihrer Reise. Der Autopilot lässt sich nicht ausschalten und muss über die Sicherung außer Betrieb gesetzt werden. Sachen fliegen durch die Luft, Wasser dringt in das Bootsinnere ein. Nach zwei Stunden ist der Spuk vorbei. Der Wind hat sich ausgetobt, das Meer beruhigt sich. Der Autopilot hat jedoch den Geist aufgegeben. Holger und Marion müssen nun das Boot von Hand steuern, das sehr sensibel auf jede Bewegung reagiert. Anstatt Gibraltar auf direktem Weg anzulaufen, beschließen sie, zunächst an der spanischen Küste zu ankern. In San Jose ruhen sie sich erschöpft von den Strapazen aus und ziehen eine Schadensbilanz: „Autopilot defekt, Lazy bag (Segeltasche) gerissen, 1 Decklicht im Mast defekt, 1 Ankerlicht im Mast defekt, 1 Flaggenstock defekt, 1 großer Fleck auf dem neuen Teppichboden, Mannschaft: diverse blaue Flecken und eine Halsentzündung.“ [...]


Am nächsten Morgen schippert die gebeutelte Zweimannbesatzung mit ihrem Katamaran an der spanischen Küste entlang. Holger und Marion haben aufgrund des kaputten Autopiloten die Nachtfahrten gestrichen und halten auf Almerimar zu, um dort ihr Boot reparieren zu lassen. Kaum in der Marina (so heißen die Yachthäfen) angekommen, bricht das nächste Gewitter über sie herein. Es ist der 31. Oktober. Marion schreibt: „Inzwischen liegen wir schon 2 Wochen dort [in Almerimar], haben das ganze Umfeld erkundet und wollen eigentlich gerne weiter nach Gibraltar. Die Marina sowie der Ort Almerimar sind sehr gepflegt und die Versorgungslage ist sehr gut. Wir konnten alle Schäden am Boot beheben und das zu akzeptablen Preisen. Das hat dazu geführt, dass Holger unfreiwillig seinen 50. Geburtstag in einer zwar sicheren und ruhigen, aber etwas langweiligen Marinaanlage verbracht hat (Almerimar gibt es erst seit 1978!)“

Am 4. November bricht die Vela schließlich nach Gibraltar auf. Nach einem Zwischenstopp in La Linea machen die Reisenden in Tarifa, der südlichsten Stadt Spaniens, Halt. Sie kennen den Ort, denn sie waren vor fast 27 Jahren schon einmal hier. Doch seitdem hat sich viel verändert. Marion und Holger schlendern durch die Straßen und lassen die Eindrücke auf sich wirken. Am nächsten Tag lassen sie das Mittelmeer hinter sich und erobern den Atlantik.

Fortsetzung folgt








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Das Mittelmeer (2)Am 29. September brechen die beiden auf. Der Wind hat gedreht und verspricht ein gutes Vorankommen. Nachmittags ankert das Boot in der Dwejar Bay von Gozo, die von ohen Felsen umschlossen ist. Früh morgens segeln sie weiter nach Tunes
Weblog: Jeannine Reiher
Aufgenommen: Jun 22, 11:12

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